Eva träumt vom grossen Glück. Früh merkt sie, dass sie ohne lügen, stehlen, boxen und schreien nicht durchkommt. Sie fühlt sich schlecht. Schreiben, modellieren und zeichnen helfen ihr mit ihrem Traum klar zu kommen.

Das Mädchen mit dem                            Pagenschnitt

Eva registriert, dass sich der Wind am Arbeitsplatz schleichend gedreht hat. Gefühlsmässig kann die Neunundvierzigjährige dieser Kursrichtung nicht folgen, bis sie eines Tages aus Wut die Kündigung schreibt, ohne Aussicht auf einen andern Gelderwerb. Urplötzlich sitzt sie da und fragt sich verunsichert, was sie in Zukunft Rechtes anfangen soll. Die kinderlose Frau mag Kinder und will weiter mit Kindern arbeiten. Um kindlichem Erleben näher zu kommen, beginnt die frischgebackene Schulsozialarbeiterin einer Eingebung folgend in den Sommerferien aus der Erinnerung zu zeichnen. Mit der ersten Zeichnung „Das Fussbad“ entrollt sich über zehn Jahre hinweg, von Zeichnung zu Zeichnung, aus der Sicht der kleinen Eva eine Bilder-Landschaft der sechziger Jahre in der Schweiz. Das Mädchen hilft der erwachsenen Frau, das Leben im Wandel besser zu begreifen.

Das Zeichnen führt in eine Erzählung. Zeichnung und Skulptur sind Bestandteile der Romanprojekte. Sie helfen, nicht in weltfremde Vorstellungen zu geraten.

Projekt:

"Zwischen Lust und Angst"

(Skulptur, die den Roman initiiert)

Die todbringende Krankheit ihres Mannes wirft ein Licht auf Evas Zukunft. An der Seite von Dario hat die ihrem Wesen nach rastlose Sechzigjährige über dreissig Jahre hinweg am Leben genügen gefunden. Nach dem Tod einfach so weiter zu machen wie zu zweit, erscheint der Witwe unmöglich, weil sie allein in einer Waldeslichtung wohnt. Sie sehnt sich nach einem Miteinander, wie sie es mit ihrem Mann erleben durfte. Diese Sehnsucht findet Ausdruck in einer kleinen Skulptur aus Ton mit dem Titel „Die Begattung des Archäopterix“. Angestossen durch diese skurrile Miniatur fasst sie den Entscheid, modellierend, schreibend und zeichnend mit ihrem Mann im Austausch zu bleiben, solange das sanfte Weben zwischen ihr und dem Verstorbenen anhält und sich ihre Sehnsucht wandelt. Das vorliegende Projekt, das ein Versuch darstellt Kunstgattungen zu vereinen, beschäftigt sich mit der Frage, ob das Leben eines Menschen zu etwas bestimmt ist. Und in welcher Weise Lust und Angst, Miteinander und Einsamkeit den Weg bestimmen.